Zahnfleisch-Schwund erkennen und behandeln

16. Jun 2011 | Rubrik: Zahn Magazin

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Zahnfleischschwund, auch als Zahnfleischrückgang bezeichnet, verläuft in verschiedenen Etappen. Beim Zahnfleischschwund liegt zunächst keine Krankheit oder Entzündung vor. Während der Beginn des Zahnfleischschwundes mehr ein kosmetisches Problem darstellt, kann er im weiteren Verlauf ohne Behandlung zu einer Freilegung der Zahnwurzeln und zu Zahnausfall führen.

Die Ursachen für Zahnfleischschwund können vielfältig sein. Infolge einer Verletzung oder Entzündung, durch falsches Kauen oder Zähneputzen oder durch eine geringe Speichelbildung und dadurch bedingte Mundtrockenheit kann es im Laufe der Zeit zu Zahnfleisch-Schwund kommen. Zahnfleischrückgang kann aber auch der Beginn einer Parodontitis sein. Bei der Parodontitis schwindet das Zahnfleisch und legt zunächst den Zahnhals, später auch das Wurzelzement, das von der Wurzelhaut umschlossen ist, frei. Als Ursachen für Parodontitis gelten schlechte Mundhygiene und daraus resultierende Plaques und Zahnstein, die zunächst zur Zahnfleischentzündung und danach zur Parodontitis führen. Zahnfleischschwund kann aber auch ein Zeichen für einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Diabetes) sein.

Zahnfleischschwund schreitet langsam voran. Meist beginnt es mit Zahnbluten beim Zähneputzen, später entzündet sich das Zahnfleisch, ist stark gerötet und schwillt an. Ein weiteres Symptom kann auch plötzlicher Mundgeruch durch die Bildung von Zahnfleischtaschen sein. Bereits bei den ersten Symptomen ist ein Besuch beim Zahnarzt anzuraten. Er wird das Gebiss auf vorhandene Zahnfleischtaschen untersuchen. Haben sich die Zähne durch den Zahnfleisch-Schwund bereits gelockert, ist eine Diagnose mittels Röntgenuntersuchung des gesamten Zahnhalteapparates notwendig.

Therapie von Zahnfleisch-Schwund

Als erste Therapiemaβnahme wird der Zahnarzt zunächst eine professionelle Zahnreinigung vornehmen, bei der Zahnstein und bakterielle Zahnbeläge gründlich entfernt werden. Die professionelle Zahnreinigung ist sowohl eine Vorsorge- als auch therapeutische Maβnahme. Kariöse Zähne müssen versorgt und die Bakterienherde aus den Zahnfleischtaschen entfernt werden. Bei stark entzündetem Zahnfleisch kann auch die Einnahme von Antibiotika nützlich sein, um die bakteriellen Entzündungsherde zu bekämpfen. Ist die Parodontitis bereits weit fortgeschritten, kann ein chirurgischer Eingriff unumgänglich werden, um die tiefen Zahnfleischtaschen zu versorgen. Bei locker sitzenden Zähnen wird der Aufbau des Kieferknochens mit Knochenersatzmaterialien unumgänglich. In extremen Fällen eines Zahnfleischschwundes kann auch eine Zahnfleischplastik erforderlich werden. Die Behandlung des Zahnfleischschwundes ist meist langwierig, deshalb ist die Vorbeugung sehr wichtig.

Als präventive Maβnahmen gegen Zahnfleischschwund gelten eine gute Mundhygiene und Zahnpflege, eine gesunde Ernährung mit viel Vitamin C sowie eine regelmäβige professionelle Zahnreinigung durch den Dentisten. Beim Zähneputzen ist darauf zu achten, die richtige Putztechnik anzuwenden, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird. Bei regelmäβiger Kontrolle und Behandlung durch den Zahnarzt kann der Zahnfleischschwund meist gestoppt werden. Unbehandelt führt er unweigerlich zum Zahnverlust.

Das richtige Zähneputzen ist ein wichtiger Faktor, um Zahnfleisch-Schwund zu unterbinden © Christophe Papke / Fotolia

Das richtige Zähneputzen ist ein wichtiger Faktor, um Zahnfleisch-Schwund zu unterbinden © Christophe Papke / Fotolia

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