Zahnfleischchirurgie - signifikante Fortschritte in der “roten Ästhetik”

Okt 20th, 2009 | By admin | Category: Zahn Magazin

In den letzten Jahren ist der Anspruch der Gesellschaft an ein ansprechendes Äußeres gestiegen. Gleichzeitig finden die viel beschriebenen demographischen Veränderungen statt. So steht oft hinter den beim Lächeln gezeigten, makellosen Zahnreihen nicht die Natur, sondern ein guter Zahnarzt. Korrekturen und Verschönerungen an den Zähnen sind uns vertraut, weniger die plastisch-ästhetischen Eingriffe am Zahnfleisch, wenn z.B. durch Zahnfleischschwund lange Zahnhälse korrigiert werden. Ohne die als „rote Ästhetik“ bezeichnete Zahnfleischchirurgie entsteht kein harmonischer Gesamteindruck. Die beeindruckenden Fortschritte in der plastischen Zahnfleischchirurgie sowie die Fachzahnärzte für Oralchirurgie geben den Patienten mehr Behandlungssicherheit und ermöglichen einen zielgerichteten Erfolg.

Unter Parodontitis versteht man eine Zahnbetterkrankung, bei der meist das Zahnfleisch dunkelrot verfärbt ist und manchmal blutet. Ohne Behandlung kann sie zum Knochenschwund führen. Die vorbeugende Gesunderhaltung und Behandlung des „Zahnhalteapparates“ (Zahnfleisch, Bänder und Knochensubstanz), des sogenannten Parodont, wird als Parodontologie bezeichnet. Der Zahnfleischschwund (Rezession) muss nicht auf Entzündungen, z.B. durch Bakterien, zurück gehen, er kann auch durch zu intensive Putztechnik bewirkt werden. Das Ergebnis sind jedoch die dadurch entstehenden unschönen, langen Zahnhälse. Neben der mangelhaften Optik kann auch ihre Empfindlichkeit den Träger belasten. In leichteren Fällen kann der Verlauf des Zahnfleisches angehoben werden, indem es operativ „zurück verschoben“ wird. Dies bezeichnet man als Rezessionsdeckung und Zahnfleischverschiebeplastik. In kritischeren Ausgangssituationen wird vom Gaumen Bindegewebe auf die nackten Zähne transplantiert. Bei diesen nicht regenerierbaren Defekten wird, unter lokaler Betäubung, die minimalinvasive Rekonstruktion des empfindlichen Zahnfleischgewebes mittels moderner mikrochirurgischer Schnitt- und Nahttechniken vorgenommen. Der Begriff „minimalinvasiv“ stammt aus der Gefäßchirurgie und bedeutet, dass auch bei der ästhetischen Zahnfleischchirurgie feingliedrige Spezialinstrumente und Fäden sowie optische Vergößerungsgeräte verwendet werden.

Die individuell ideale Relation von Zahn und Zahnfleisch ist abhängig von Kiefer und Gesichtsphysiognomie. Ein Zuviel an Zahnfleisch lässt die Zähne zu klein aussehen und kann chirurgisch entfernt werden. Stärker stören jedoch die oft verfärbten, verlängert wirkenden Zahnhälse, die in ungünstiger Weise an das Gebiss von Huftieren erinnern können.

Die Leistungen der Zahnfleischchirurgie können neben dem Gewebs- auch den Knochenaufbau beinhalten. Diese operativen Verbesserungen im sichtbaren Bereich erfordern ein umfangreiches zahnärztliches Fachwissen sowie Anwendungserfahrung der Oralchirurgie (Implantologie, Knochenaufbau, Zahnfleischchirurgie). Ein Zahnarzt darf sich erst „Oralchirurg“ nennen, wenn er eine vierjährige Weiterqualifikation im Bereich der zahnärztlichen Chirurgie erfolgreich abgeschlossen hat. Die moderne Zahnheilkunde kann mit Unterstützung der innovativen Zahnfleischchirurgie zahlreiche Mankos und Defekte an Zähnen und Zahnfleisch beheben.

Die Forschung und Entwicklung lieferte in den vergangenen Jahren dem Zahnarzt zahlreiche neue Methoden, Materialien und Instrumente für eine hochwertige Balance von Ästhetik und Funktion im Zahn- und Kieferbereich. Dadurch kann dem Wunsch der Patienten nach einer ästhetischen Symbiose von Zahn- und Zahnfleisch immer optimaler entsprochen werden.

Tags: , , , , , , , , ,

Comments are closed.